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Von Bresson bis Winogrand - Die 5 bekanntesten Streetfotografen und ihr Stil

Ich habe mich schwer getan, eine Definition zu finden, was Street Photography genau ist – beziehungsweise, was sie nicht ist. Es gibt einige Merkmale, wie zum Beispiel, dass viele Street-Fotografen ihre Bilder in Schwarz-Weiß aufnehmen. Aber ebenso gibt es Beispiele, die von diesem, fast schon zum Klischee gewordenen, Merkmal der Straßenfotografie abweichen. In diesem Beitrag habe ich euch einige interessante Videos zu bekannten Streefotografen zusammengestellt.


Muss Streetfotografie immer Menschen beinhalten?

Viele Anhänger würden wahrscheinlich zustimmen und hinzufügen, dass es weiterhin wichtig ist, dass die Personen nicht bemerken, dass sie Teil einer Fotografie geworden sind. In den letzten Jahren gab es einige Fälle in den sozialen Medien, in denen Menschen in der Stadt proaktiv angesprochen wurden, ob man von ihnen ein Straßenporträt festhalten dürfe. Es begannen Debatten darüber, ob so etwas in der Streetfotografie Platz finden kann. Ich denke, in der Fotografie gibt es Disziplinen – und die Übergänge zu anderen Stilen sind immer fließend.

Einige der bekanntesten Street-Fotografen zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich dieser Stil interpretiert werden kann – und wie sehr persönliche Handschrift und kultureller Kontext die Bildsprache prägen.


Die Streetfotog

📸 Henri Cartier-Bresson gilt als einer der Väter der Street Photography. Sein Konzept des „entscheidenden Moments“ – jener Bruchteil einer Sekunde, in dem sich Komposition, Licht und Handlung perfekt vereinen – hat das Genre nachhaltig geprägt. Seine Bilder sind meist in Schwarz-Weiß gehalten und wirken fast wie eingefrorene Gedichte des urbanen Lebens.


Vivian Maier, lange Zeit unbekannt, fotografierte das Leben auf den Straßen Chicagos und New Yorks mit einer Rolleiflex-Kamera. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine stille Beobachtungsgabe und eine gewisse Melancholie aus. Sie hielt oft Menschen in alltäglichen Situationen fest – mit einem Blick, der gleichzeitig distanziert und tief einfühlsam war.


Alex Webb hingegen zeigt, dass Street Photography auch farbenfroh und komplex sein kann. Seine Bilder sind oft überladen mit Details, Licht und Schatten und wirken fast wie Gemälde. Besonders seine Arbeiten aus Lateinamerika und der Karibik sind ein Paradebeispiel für farbintensive, dynamische Straßenfotografie.


Jamel Shabazz dokumentierte das Leben afroamerikanischer Communities in New York in den 1980er-Jahren. Seine Porträts sind oft gestellt, aber voller Würde und Stolz. Auch hier verschwimmen die Grenzen zwischen klassischer Street Photography und sozialdokumentarischer Fotografie.


Und dann gibt es Fotografen wie Garry Winogrand, die das Chaos und die Energie der Straße in schnellen, scheinbar zufälligen Schnappschüssen einfangen. Seine Bilder wirken oft unkomponiert, aber gerade das macht ihren Reiz aus – sie sind roh, direkt und voller Leben.




Diese Vielfalt zeigt: Street Photography ist kein starres Regelwerk, sondern ein offenes Feld für Interpretation. Ob mit oder ohne Menschen, in Farbe oder Schwarz-Weiß, spontan oder inszeniert – entscheidend ist der Blick für den Moment und die Geschichte, die ein Bild erzählt.